Stand. 04/2025
1. Einleitung
Das Märkische Gymnasium Wattenscheid versteht sich als eine Schule, die Lehren und Lernen in besonderem Maße an den Bedürfnissen, Interessen und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler orientiert. Angesichts eines Sozialindex 4 – dem niedrigsten unter den Bochumer Gymnasien – kommt der individuellen Förderung, der wertschätzenden Lernkultur und dem systematischen Umgang mit Heterogenität eine zentrale Bedeutung zu. Dabei orientiert sich die Schule sowohl am nordrhein-westfälischen Schulgesetz (insb. § 1, § 2 SchulG NRW) als auch am Referenzrahmen Schulqualität NRW.
2. Zielsetzungen
- Die individuellen Lernvoraussetzungen, Interessen und Potenziale aller Schülerinnen und Schüler werden systematisch erhoben und in die Gestaltung des Unterrichts einbezogen.
- Die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler wird als Chance begriffen und fördert eine Schule der Anerkennung, Leistung und Teilhabe.
- Durch konstruktive Lernatmosphäre, Beziehungsgestaltung und zielgerichtete Förderangebote wird Bildungsgerechtigkeit verwirklicht.
- Stärken gezielt fördern, Defizite gemeinsam aufholen
3. Standards
Lehr- und Lernprozesse werden systematisch an Voraussetzungen und Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler angebunden:
- Diagnostische Verfahren in Klasse 5 zur Ermittlung individueller Lernvoraussetzungen
- Regelmäßige Erprobungsstufenkonferenzen und Lernentwicklungsgespräche
- Differenzierte Aufgabenstellungen im Unterricht auf verschiedenen Anspruchsniveaus
- Sprachfördergruppen auf drei Niveaus (Alphabetisierung, A1, A2/B1) in der SEKI
Lehr- und Lernprozesse sind geprägt durch eine konstruktive Lernatmosphäre:
- Klassenrat, Klassenleitungsstunden, Stufenversammlungen ab Klasse 5 mit der eSL und partizipative Unterrichtsformen
- Feedbackkultur im Unterricht (Peer-Feedback, Lehrerfeedback)
- Soziales Lernen (z.B. Lions-Quest, Klassenprojekte, Patensysteme)
Gestaltung und Begleitung zentraler Übergänge:
- Begrüßungstage und Patensystem in Klasse 5
- Eine Erprobungsstufenkonferenz in Klasse 5 mit Lehrkräften aus den Grundschulen
- Intensivberatung für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger
- Individuelle Schullaufbahnberatung beim Wechsel in die Oberstufe
- Kooperation mit dem Netzwerk „Zukunftsschule NRW – Übergänge in der Mittelstufe gestalten“
Besondere Förder- und Differenzierungsangebote:
- Sprachförderung für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler
- Individuelle Lernzeiten in Klasse 5-6 zur Förderung in Deutsch, Mathe, Englisch
- Begabtenförderung (in Erarbeitung): Projektkurse, Wettbewerbscoaching, Enrichment-Angebote…
- Flexible Lernwege für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler durch Beratungsangebote und Stundenplananpassungen
4. Maßnahmen
Einführung eines verbindlichen Diagnose- und Förderkonzepts für Klasse 5:
- “Lernstandstestungen” in Deutsch, Mathematik und Englisch
- Auswertung durch Klassen- und Fachlehrkräfte
Ausbau der Sprachförderung:
- Einsatz digitaler Lernplattformen (z.B. Deutschförderprogramme)
- Perspektivisch: Teilnahme am Deutschen Sprachdiplom
Förderung einer konstruktiven Lernatmosphäre:
- Einführung bzw. Weiterführung von Trainings zur Gewaltprävention und sozialen Kompetenzen
- Regelmäßige Schülerfeedbacks zum Unterrichtsklima
- Aufbau eines Konzepts zur Begabtenförderung
- Identifikation leistungsstarker Schülerinnen und Schüler über Lernentwicklungsdaten
- Entwicklung individueller Förderformate
5. Evaluation
- Jährliche interne Evaluation durch die Steuergruppe „Lehren und Lernen“ auf Basis schulinterner Kriterien (Lernstand, Schullaufbahnstabilität, Zufriedenheit)
- Beteiligung der Fachkonferenzen an der Evaluation von Differenzierungs- und Förderangeboten
- Auswertung der Sprachfördergruppen durch die beteiligten Lehrkräfte inkl. Feedback der Lernenden
- Feedback-Workshops mit Schülerinnen und Schülern zu Übergangserfahrungen
- Bericht an die Schulkonferenz zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzepts